Aktionswoche Schuldnerberatung 2026: Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird

Beitragsbild Hinweis Wie komme ich an mein Geld P-Konto Geldscheinbündel in Ketten gelegt

Krefelder Schuldnerberatungsstellen informieren am 18. Juni gemeinsam mit der Volksbank Krefeld am Neumarkt

Unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ macht die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung 2026 auf ein Thema aufmerksam, das für viele Menschen in finanziellen Schwierigkeiten existenziell ist: den sicheren Zugang zum eigenen Geld.

Ein Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto, soll sicherstellen, dass Menschen trotz Kontopfändung weiterhin über den gesetzlich geschützten Betrag für ihren Lebensunterhalt verfügen können. Damit sollen Miete, Strom, Lebensmittel, Medikamente und andere notwendige Ausgaben weiter bezahlt werden können. Funktioniert dieser Schutz nicht rechtzeitig oder nicht zuverlässig, geraten Betroffene und ihre Familien schnell in akute Notlagen.

Die Krefelder Schuldnerberatungsstellen von Diakonie, SKM und SkF erleben in ihrer Beratungspraxis immer wieder, dass Ratsuchende beim Zugang zum eigenen Geld vor erheblichen Hürden stehen. Dazu gehören fehlende oder schwer verständliche Informationen, lange Wartezeiten, komplizierte Abläufe oder Unsicherheiten bei der Umwandlung eines bestehenden Kontos in ein P-Konto.

Besonders belastend wird es, wenn das Konto bereits gesperrt ist, wenn es sich um ein Konto im Minus handelt oder wenn ein Gemeinschaftskonto betroffen ist. In solchen Situationen verlieren Betroffene oft wertvolle Zeit. Manchmal steht ihnen über Tage oder sogar länger kein Geld für den Alltag zur Verfügung. Für Menschen, die ohnehin in einer finanziellen Krise sind, kann das gravierende Folgen haben.

„Der Zugang zum eigenen Geld ist keine Nebensache. Er entscheidet darüber, ob Menschen ihre Miete zahlen, Lebensmittel kaufen oder den Stromabschlag überweisen können“, betonen die Krefelder Schuldnerberatungsstellen. „Deshalb braucht es klare Verfahren, gut erreichbare Ansprechpersonen und eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen Banken, Beratungsstellen, Gerichten und Vollstreckungsstellen.“

Aus Sicht der Beratungsstellen müssen die Rechte überschuldeter Menschen weiter gestärkt werden. Die Einrichtung eines P-Kontos muss barrierearm, zügig und verständlich möglich sein. Mitarbeitende in Kreditinstituten benötigen dafür eine sichere Kenntnis der aktuellen Rechtslage. Auch klare Standards und verlässliche Kommunikationswege sind wichtig, damit Betroffene nicht unnötig in existenzielle Krisen geraten.

Positiv bewerten die Krefelder Schuldnerberatungsstellen die Zusammenarbeit mit der Volksbank Krefeld. Dort gibt es einen festen Ansprechpartner in der Pfändungsabteilung und eine Bereitschaft zum Austausch im Arbeitskreis Schuldnerberatung. Die Erfahrungen der Beratungsstellen sind hier überwiegend positiv. Das zeigt: Wenn Kreditinstitute und Beratungsstellen konstruktiv zusammenarbeiten, können Probleme häufig schneller und unbürokratischer gelöst werden.

Die Aktionswoche Schuldnerberatung 2026 macht deutlich: Ein funktionierendes P-Konto schützt vor Wohnungsverlust, Stromsperren und sozialer Isolation. Es ist ein wichtiges Instrument, damit Menschen in finanziellen Krisen handlungsfähig bleiben.

Am Donnerstag, 18. Juni 2026, von 12:30 bis 15:30 Uhr informieren die drei Krefelder Schuldnerberatungsstellen von Diakonie, SkM und SkF gemeinsam mit der Volksbank Krefeld an einem Aktions- und Informationsstand am Neumarkt. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dort zu informieren und Fragen zu stellen.

Krefeld, 09.06.2026
Vorstand SKM Krefeld e.V.

Pressekontakt SKM Krefeld e.V.:
Alexander Keßel, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: kessel@skm-krefeld.de
Telefon: 01 73 – 30 24 767

Forderungspapier der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) zur Aktionswoche 2026: