Fact-Sheet der Freien Wohlfahrtspflege NRW klärt zur vermeintlichen Kostensteigerung in der Eingliederungshilfe auf.

Abbildung einer Zeitung mit der Überschrift "Pressemitteilung" Presse, Pressemitteilung, SKM Krefeld e.V.

Sind Menschenrechte plötzlich zu teuer für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt?

Diese Frage stellt sich angesichts der aktuellen Debatte um die Kostenentwicklung in der Eingliederungshilfe (EGH) in NRW.

Ja, die Ausgaben sind von 2020 bis 2024 um rund 35 Prozent auf 7,24 Milliarden Euro gestiegen. Doch den verbreiteten politischen Behauptungen, dass diese Kostensteigerung durch „zu viele Leistungen“ für Menschen mit Behinderung entstanden wäre, hat die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW) jetzt widerlegt. Demnach machen erweiterte Leistungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) gerade einmal knapp 2 Prozent der Mehrkosten aus.

Stattdessen sind die Gründe für die Kostensteigerung vielschichtig und hängen maßgeblich an gesamtgesellschaftlichen Faktoren. So ist einerseits die Zahl psychisch Erkrankter in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Hinzu kommt der demographische Wandel: Denn Menschen werden immer älter, auch psychisch Erkrankte. Mit steigendem Alter der Betroffenen steigt die Komplexität von Maßnahmen – und mit dem Aufwand die Kosten. Außerdem sind Personal- und Sachkosten in den vergangenen Jahren gestiegen. Genau wie in anderen Gesellschaftsbereichen macht sich hier die Inflation deutlich bemerkbar. Zu guter Letzt wäre da noch ein erheblicher Aufbau des Verwaltungsapparates der Leistungsträger als Kostentreiber.

Die LAG FW fordert deshalb den Abbau von Bürokratie und eine faktenbasierte Debatte. Der SKM Krefeld e.V. schließt sich dem Appell der LAG FW an und stellt sich falschen Darstellungen entgegen, nach denen Menschen mit Behinderungen durch das BTHG unverhältnismäßig mehr Leistungen erhalten. Diese Behauptung ist nicht durch Fakten zu belegen.

Stattdessen sollte der Mensch in der Debatte wieder im Vordergrund stehen. Denn die Teilhabe für Menschen mit Behinderungen ist kein Luxus. Sondern ein Grundrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist.

Weitere Details zu dem Thema gibt es im Fact Sheet der LAG FW:

Hintergrundinfo:
Was ist die LAG FW NRW und was tut sie?

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen haben sich die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonischen Werke und die Jüdischen Gemeinden mit ihren 16 Spitzenverbänden zusammengeschlossen. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bietet sie eine flächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote.

Krefeld, 20.05.2026
SKM Krefeld e.V. – Vorstand

Pressekontakt SKM Krefeld e.V.:
Alexander Keßel, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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Quelle: Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen